Therapie bei Stress und Erschöpfung

Stress wird von Menschen unterschiedlich erlebt. Manche spüren Anspannung sofort im Körper, andere erst, wenn Erschöpfung dauerhaft bleibt. Häufig entsteht Stress nicht nur durch viel Arbeit, sondern auch durch innere Faktoren: hohe Ansprüche an sich selbst, innere Strenge, Perfektionismus oder auch Ängste.

 

Perfektionismus als primärer Antreiber

Gerade perfektionistische Gedanken (Selbststrenge) sind oft zentrale Stressverstärker. Viele dieser Überzeugungen entstehen früh:

  • Als Kind wurde man vielleicht zu wenig gehört oder musste „funktionieren“.
  • Als Jugendlicher konnte sich die Überzeugung entwickeln, Fehler seien nicht erlaubt – und dass man nur durch „Folgsamkeit“ oder externen Leistungen Anerkennung bekommt.
  • Eltern haben Sie mit anderen verglichen

Solche Glaubenssätze wirken im Erwachsenenalter weiter, treiben zu Überforderung und verhindern Erholung. Diese tief verankerten Muster lassen sich nicht über Nacht verändern – es braucht Zeit, Geduld und gezielte psychotherapeutische Begleitung.

 

Endstation: Burnout – wenn Erschöpfung krank macht

Ein Burnout ist keine „Modeerscheinung“, sondern ein ernstzunehmendes Syndrom aus tiefer Erschöpfung, innerer Distanzierung und nachlassender Leistungsfähigkeit. Es entwickelt sich schleichend – nach langer Zeit, mit hohen Erwartungen, wenig Selbstfürsorge und ständiger Überforderung.

Typische Anzeichen sind:

  • dauerhafte Müdigkeit trotz Schlaf
  • das Gefühl „funktionieren zu müssen“
  • Rückzug aus sozialen Kontakten
  • innere Leere oder Sinnverlust

Ein Burnout kann in eine Depression übergehen oder mit depressiven Symptomen einhergehen – etwa Schuldgefühlen, Ängsten oder Appetitveränderungen.

In der Psychotherapie geht es darum, diese alten Überzeugungen sichtbar zu machen, zu prüfen und Schritt für Schritt zu verändern.

 

Fakten zu Stress und Burnout

  • Stress ist keine Krankheit, kann aber Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen und Angststörungen begünstigen.
  • Burnout ist kein offizielles Krankheitsbild, sondern ein arbeitsbezogenes Syndrom. Es kann mit Depressionen, Essstörungen oder Angststörungen verbunden sein.
  • Frühzeitige Behandlung verbessert die Prognose deutlich.

Psychotherapie hilft, Muster zu verstehen und Wege zur Entlastung zu entwickeln.

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