Entwicklungstrauma – wenn früh die Bindung gestört wird

Entwicklungstrauma – die Kindheit wirkt nach

Viele Menschen kommen wegen Ängsten, depressiven Phasen, Selbstzweifeln oder Schwierigkeiten in Beziehungen in meine Praxis.

Im Laufe der Therapie zeigt sich, dass bestimmte Reaktionen eine lange Vorgeschichte haben. Symptome haben Ursachen.

Was ist ein Entwicklungstrauma?

Ein Entwicklungstrauma entsteht über einen längeren Zeitraum. Entscheidend sind die Bedingungen, unter denen ein Kind aufwächst: Wie sicher fühlt es sich? Wird es gesehen? Darf es Bedürfnisse haben und ist Nähe verlässlich?

Besonders prägend können dominante, emotional unberechenbare, suchtkranke oder psychisch stark belastete Eltern sein. Auch emotionale Vernachlässigung, Überforderung, Ablehnung oder ein dauerhaft beschämendes Familienklima können tiefe Spuren hinterlassen.

Ein Kind entwickelt unter solchen Bedingungen Vorstellungen darüber, wie Beziehungen funktionieren und was es selbst tun muss, um Zugehörigkeit, Bindung und Sicherheit zu erfahren.

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Ein Satz, den ich häufig höre

„Ich fühlte mich als Kind nicht wahrgenommen und zugleich abgelehnt.“

Wie sich frühe Erfahrungen später zeigen

Kinder passen sich an ihre Umgebung an. Sie beobachten genau, was gefährlich ist, wann Streit droht, was die Eltern erwarten und welche eigenen Gefühle besser verborgen bleiben.

Manche werden besonders angepasst und leistungsorientiert. Einige übernehmen früh Verantwortung für die Stimmung in der Familie. Das kostet viel Kraft und kann zu einer erhöhten Erschöpfbarkeit beitragen.

Manchmal reicht dann ein kritischer Blick, eine distanzierte Nachricht des Partners oder das Gefühl, jemanden enttäuscht zu haben, und das alte Alarmsystem springt an.

Typische Folgen eines Entwicklungstraumas

Die Folgen können sehr unterschiedlich aussehen:

– ein Gefühl, nicht gut genug zu sein

– Scham und Schuldgefühle

– Schwierigkeiten, den eigenen Bedürfnissen zu vertrauen

– Angst vor Ablehnung oder Verlust

– Anpassung an andere Menschen

– Perfektionismus

– Schwierigkeiten mit Nähe und Abgrenzung

– innere Alarmbereitschaft

– Ängste oder depressive Phasen

Schutzstrategien können ein Eigenleben entwickeln

Ein Kind hat nur begrenzte Möglichkeiten. Es kann sich anpassen, vermeiden, besonders leistungsfähig werden oder versuchen, möglichst wenig aufzufallen.

Solche Strategien können in der Kindheit sinnvoll sein. Später können sie starr werden. Dann wird aus Anpassung das dauernde Übergehen eigener Bedürfnisse. Aus Wachsamkeit wird Angst. Aus Leistung wird Perfektionismus.

Diese Zusammenhänge zu erkennen, Ihre damaligen und heutigen Gefühle zuzulassen und ein neues Gefühl von Sicherheit und Autonomie aufzubauen, sind wichtige Bestandteile einer Traumatherapie bei Entwicklungstrauma.

Selbstwert, Scham und Beziehungen

Wer früh gelernt hat, sich an anderen zu orientieren, zweifelt später möglicherweise schnell an sich selbst. Ablehnung kann unverhältnismäßig bedrohlich wirken. Eigene Grenzen fühlen sich egoistisch an. Kritik löst starke Scham aus. Nähe wird gleichzeitig ersehnt und als riskant erlebt.

Selbstwert und Akzeptanz →     Mehr über meine Traumatherapie →

Worum es gehen kann

Therapie kann helfen, die eigene Geschichte besser einzuordnen, Selbstvertrauen aufzubauen, eine gesunde Abgrenzung zu entwickeln, sich selbst besser zu regulieren und – ja – auch zu akzeptieren.

KONTAKT

Erkennen Sie sich wieder?

Wenn Sie sich in einigen Punkten wiederfinden und klären möchten, ob eine Therapie bei mir passend sein könnte, schreiben Sie mir gerne. Für die erste Kontaktaufnahme genügen wenige Sätze.

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